Jever – Noch mehr als eine Bierstadt

Jever – Noch mehr als eine Bierstadt
Großer Andrang beim Brauereihoffest des Friesischen Brauhauses zu Jever. Foto: djd/Jever Marketing und Tourismus GmbH

Eine Reise ins traditionsreiche Jever ganz nah am Weltnaturerbe Wattenmeer

Wer „Jever“ hört, denkt zuerst an ein friesisch-herbes Getränk in grünen Flaschen. Die Stadt, aus der das bekannte Bier kommt, ist dagegen weniger bekannt, aber dennoch ein reizvolles Reiseziel. Viele Sehenswürdigkeiten bezeugen die über 1.000-jährige Stadtgeschichte. Jever ist zudem wie geschaffen als Ausgangspunkt für eine kurze Fahrt an die Nordsee. Im Handumdrehen steht man auf dem Deich und blickt auf das faszinierende Weltnaturerbe Wattenmeer – vor der Küste liegen aufgereiht wie Perlen an einer Kette die Ostfriesischen Inseln.

Ein Rundgang durch Jever

Gerne sehen Gäste dem Blaudrucker Georg Stark in der lebendigen Museumswerkstatt über die Schulter.Foto: djd/Jever Marketing und Tourismus GmbH

Gerne sehen Gäste dem Blaudrucker Georg Stark in der lebendigen Museumswerkstatt über die Schulter.
Foto: djd/Jever Marketing und Tourismus GmbH

Jevers Wahrzeichen ist das herrschaftliche Schloss mit Schlossmuseum, einen Spaziergang durch den schönen Schlossgarten mit dem „Mariengang“ sollte sich kein Besucher entgehen lassen. Die historischen Gebäude in der Altstadt mit ihren urigen Winkeln und Gassen und der große Marktplatz erinnern noch heute an die Bedeutung Jevers im Mittelalter. Damals regierten ostfriesische „Häuptlinge“ die Stadt. Dem letzten Regenten des Jeverlandes, Edo Wiemken, wurde im 16. Jahrhundert ein Denkmal gesetzt, das heute ein Wahrzeichen der Stadt ist. Seine Tochter Maria wird heute noch in Jever verehrt, weil sie dem Ort Stadtrechte verliehen hat.

Viele Besucher möchten natürlich auch wissen, wie das friesisch-herbe Pilsener gebraut wird. Bei einer Führung durch das Friesische Brauhaus zu Jever mit dem Brauereimuseum erfährt man alle Details und darf anschließend sogar das kühle Nass probieren. Anschließend darf ein Besuch im Jever-Shop nicht fehlen. Weitere Infos unter www.jever.de

Neben der traditionellen Stadtführung bietet die Tourist-Information verschiedene Themenführungen an: eine Kinder-Stadtführung, einen Nachtwächter-Rundgang, eine Kneipen-Tour oder auch eine Krimiführung. Neu im Programm ist eine Stadtführung für die ganze Familie. Außerdem fährt der „Jever-Express“ regelmäßig durch die gesamte Innenstadt entlang zahlreicher Sehenswürdigkeiten. Nähere Infos gibt es bei der Jever Marketing und Tourismus GmbH, Telefon 04461-71010, www.stadt-jever.de.

„Vorsicht, der kann hexen und blaufärben!“

Gerne sehen Gäste dem Blaudrucker Georg Stark in der lebendigen Museumswerkstatt über die Schulter.Foto: djd/Jever Marketing und Tourismus GmbH

Gerne sehen Gäste dem Blaudrucker Georg Stark in der lebendigen Museumswerkstatt über die Schulter.
Foto: djd/Jever Marketing und Tourismus GmbH

Tradition spielt in Jever aber auch in anderer Hinsicht eine große Rolle. Vor über 25 Jahren eröffnete beispielsweise Georg Stark seine Blaudruckerei in der alten Gasse „Kattrepel“ und nahm damit ein in der Stadt bereits vor Hunderten von Jahren verbreitetes Handwerk wieder auf. Heute sind die blau gefärbten Tücher, Kissenhüllen und Decken ein beliebtes Mitbringsel. Die vielen Hundert filigranen Handdruckformen aus Birnbaumholz, die Georg Stark besitzt, nennt man „Modeln“. Sie reichen bis in die Zeit vor 1700 zurück.

Diese Druckformen wurden in den ehemaligen Werkstätten der Region gefunden, restauriert und wieder in Betrieb genommen: Denn damit druckt Georg Stark wie vor Jahrhunderten von Hand die Muster auf die weißen Stoffe, bevor diese gefärbt werden. Nach dem Färben wird der blaue Stoff vom eisernen Kronreifen abgenommen, durch ein spezielles Bad gezogen und siehe da: Wie durch Hexerei erscheinen plötzlich wieder weiße Blumenornamente auf blauem Grund. Viele alte Sprichwörter wie „Vorsicht, der kann hexen und blaufärben“ oder „Grün und Blau schlagen“ sind in diesem Handwerk entstanden. Beim Besuch der Museumswerkstatt kann man beim Drucken und Färben zusehen, und für besonders Interessierte gibt es jeden Mittwoch um 15 Uhr einen Vortrag zum Thema „Hexen und Blaufärben“. Infos sind unter www.blaudruckerei.de nachzulesen.

Die Umgebung von Jever als Eldorado für Pedalritter

Äcker und Wiesen, Schafe und Kühe, Windmühlen und kleine Gehöfte, malerische Dörfer und romantische Cafés – die Gegend rund um Jever ist auch ein Paradies für alle, die eine reizvolle Region am liebsten per Fahrrad entdecken wollen. Die typische Weite der friesischen Landschaft bietet nahezu ideale Voraussetzungen für alle Pedalritter. Wie überall in „Plattdeutschland“ gibt es kaum Steigungen, sodass sich auch ungeübte Radfahrer und Familien mit Kindern geeignete Touren zusammenstellen können. Die vielen Gasthäuser am Wegesrand laden zum „Auftanken“ ein – natürlich bei einer Tasse original friesischen Tee. Oder etwas zünftiger bei einem frisch gezapften Jever-Pilsener.

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